Japan für sexuelle Vielfalt

Die Regierung in Japan hat einen landesweiten Maßnahmenplan beschlossen. Dies ist nicht selbstverständlich, da das Land in vielen Punkten der queeren Gleichberechtigung anderen Staaten hinterherhinkt.

Japans Regierung hat nun erklärt, dass Diskriminierung nicht akzeptiert werden dürfe. Durch verstärkte Informationen sollen Institutionen, Firmen, Behörden und auch die Bevölkerung dafür sensibilisiert werden, dass Homo-, Bi- oder Transsexualität Teil der Gesellschaft ist. Ein Schwerpunkt wird dabei auch auf Schulen gesetzt. Lehrer sollen künftig zu diesem Thema weitergebildet werden, Schulen sollen Beratungsangebote anbieten, die Schüler und Schülerinnen bei Fragen zu sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität Unterstützung bieten.

Es sind vor allem junge Menschen, die in Japan queere Lebenseinstellungen akzeptieren. In der Gesellschaft insgesamt wird es sicher noch länger dauern. Dies liegt auch daran, dass es bisher keine rechtliche Gleichstellung z.B. in der Ehe oder bei Gesetzen gibt.

Auch ein Antidiskriminierungsgesetz existiert bisher nicht, mit Ausnahme von Tokio. Dabei ist Homosexualität in Japan seit mindestens 1.000 Jahren legal und wurde lediglich im 19. Jahrhundert acht Jahre lang unter Strafe gestellt. Bleibt zu hoffen, dass sich die neue Initiative nun eine Weiterentwicklung auf rechtlichem und gesellschaftlichem Gebiet nach sich zieht.