Riesige Batterie im Bau

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion nimmt ständig zu. Allein in der Europäischen Union liegt er bereits bei fast der Hälfte des produzierten Stroms. Doch die Energiegewinnung aus Solarparks und Windkraftwerken unterliegt großen Schwankungen. Sie sind darauf angewiesen, dass die Sonne scheint bzw. ein kräftiger Wind bläst. Auch deshalb wollen viele nicht auf die Stromgewinnung durch Kohle- oder Gaskraftwerke verzichten. Denn bisher gibt es das Problem, dass die erneuerbare Energie kaum gespeichert werden kann, sondern im Prinzip sofort verbraucht werden muss.

Doch das wird nun bald anders: Im Dreiländereck Deutschland, Frankreich und Schweiz entsteht bis 2028 die weltgrößte Redox-Flow-Batterie, die den sauber produzierten Strom auch speichern kann. Dazu werden nicht die üblichen Lithium-Ionen-Batterien genutzt, sondern Redox-Flow-Aggregate speichern die Energie in zwei flüssigen Elektrolyten. Beim Laden nimmt eine Flüssigkeit Elektronen von der anderen auf, beim Entladen fließen die Ladungsträger zurück. Die Redox-Flow-Technologie ist wesentlich effektiver und sicherer, als Lithium-Ionen-Batterien, ohne Feuer- oder Explosionsgefahr. Es werden keine seltenen Materialien benötigt, es gibt keine Verluste und sie haben eine hohe Lebensdauer.

Die Speicherkapazität lässt sich durch einfaches Vergrößern der Tanks erweitern. Die Firma FlexBase errichtet dafür zurzeit ein 240 Meter langes Gebäude im schweizer Ort Laufenburg, 80 Meter breit und 55 Meter hoch, davon die Hälfte im Untergrund. Anfangs können die 960 Tanks insgesamt 260 Millionen Litern Elektrolytflüssigkeit aufnehmen. An diesem Ort laufen europaweit 41 Leitungen zusammen, es ist der optimale Ort, um den in Europa produzierten Strom zu speichern.

Foto: FlexBase