Als Ende der 1990er Jahre der Film „American Pie“ in die Kinos kam, konnte niemand ahnen, dass es ein Kunstbegriff aus der Geschichte in den internationalen Wortschatz schaffen würde: MILF „Mother I’d like to fuck“ bezeichnet eine mittelalte Frau, die man als Jüngerer gerne als Sexualpartnerin haben möchte. Der Begriff hat dann in vielen Ländern Karriere gemacht.
Im Jahr 2016 wurde in Berlin das Unternehmen MILES gegründet, das in der ganzen Stadt Mietwagen anbietet. Die schwarzen oder silbernen Fahrzeuge gehören mittlerweile zum gewohnten Straßenbild. Irgendwann hat ein Spaßvogel damit angefangen, den unteren Strich des E zu übermalen oder abzuschneiden, sodass dann MILFS auf den Autos stand. Was als vermeintlich lustige Aktion begann, hat sich seitdem rasant ausgebreitet, sodass heute Hunderte Fahrzeuge mit dem Schriftzug MILFS umherfahren dürften.
In einem Interview der Berliner Zeitung gab die Pressesprecherin von MILES, Nora Goette zu, dass man sich anfangs über die Veränderung an den Fahrzeugen sehr geärgert hat. Mittlerweile ist man da aber entspannter geworden. Denn obwohl es sich natürlich um Sachbeschädigung handelt, zieht das Phänomen weite Kreise und wird mittlerweile als kostenlose Werbung verstanden: „Das Schöne ist ja, dass es keine von uns initiierte Aktion ist, sondern eine Bewegung, die aus der Community heraus entstanden ist.“, sagt Frau Goette.
Und so haben schließlich alles etwas davon: Die Firma freut sich über die Werbung, die „Künstler“ über ihr geschaffenes Werk und Passanten (vielleicht) über die lustige Veränderung.